In der Schweiz ist die telekommunikationsgestützte Durchführung von Glücksspielen verboten. Das Spielbankengesetz verbietet in Artikel 5 explizit: Zitat: „ die telekommunikationsgestützte Durchführung von Glücksspielen, insbesondere mittels Internet.“ Damit fallen auch Internetcasinos unter die Strafbestimmungen. Diese Strafbestimmungen sollen vor allem dazu dienen die Betrugsgefahr im Internet einzudämmen.

Der Europäische Gerichtshof hat vor kurzem einen ähnlichen Entscheid über nationale Glücksspielmonopole gefällt. Danach dürfen die EU-Staaten künftig private Sportwetten im Internet einschränken. Dieser Entscheid wurde nach einer Klage der portugiesischen Fußball-Liga und dem österreichischen Wettanbieter Bwin gefällt. Schon in schweizerischen Kommentaren wird moniert, dass es praktisch unmöglich ist, alle Seiten von Internet Casinos zu sperren, da Internetprovider, die lediglich den Zugang zum Internet ermöglichen, strafrechtlich nicht verfolgt werden können. Provider, auf deren Servern Kundensoftware gespeichert ist, können nur strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie von einer Strafverfolgungsbehörde auf den illegalen Inhalt einer gespeicherten Internetseite hingewiesen wurden, und diese nicht unverzüglich gesperrt haben.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist von weittragender Bedeutung, da es versucht, den Umgang mit Online Glücksspielen gesamteuropäisch zu regeln. Es monopolisiert die nationalen Glücksspiele sozusagen auf die staatlichen Lotteriegesellschaften. Dadurch hofft man, die Betrugsgefahr im Glücksspielsektor entscheidend einzudämmen. Laut der Internet-Wettbörse Bwin ist es aber dringend notwendig, eine zeitgemäße Regulierung des Online-Glücksspiels zu treffen. Sie bestätigt damit die schweizerische Erkenntnis, dass ein solches Verbot fast nicht durchzusetzen ist.
Überlegt man sich, was alles zum Betrieb eines Online Casinos gehört, nämlich die Software für die angebotenen Spiele, ein Gaming-Server, ein Institut, welches die Finanztransaktionen übernimmt, eine Werbeinstitution, eine Geschäftsführung und Investoren, so öffnet sich ein weites Feld für beschränkende Maßnahmen. Z.B. müssten Zahlungen an Anbieter von Online Casinos verunmöglicht werden, wie dies schon in den USA und in Norwegen der Fall ist.

Ähnliche Regelungen wurden auch in der Schweiz getroffen, wo schon die Herstellung und der Verkauf von Casinosoftware, das Betreiben eines Gaming Servers, Finanztransaktionen im Zusammenhang mit einem Internetcasino, Werbung für ein Internetcasino und die Verwaltung und Finanzierung eines Internetcasinos durch die Spielbankenkommission bestraft werden. Auch technische Maßnahmen sind denkbar. So könnte es beispielsweise nur nationalen Lotteriegesellschaften erlaubt werden, Wett- und Lottospiele anzubieten.

Da in letzter Zeit die Internet Casinos wie Pilze aus dem Boden schießen, ist es zwingend notwendig solche bremsende und verschärfte, gesamteuropäische, Maßnahmen zu ergreifen. Wird dies realisiert, kann auch die Schweiz hoffen, in Strafsachen in Zusammenhang mit den Internetglücksspielen vermehrt internationale Rechtshilfe zu erhalten. Speziell könnte die illegale Werbung für ein Online Casino, auch in der Presse effektiver strafrechtlich verfolgt werden.

Auch in Deutschland müssen alle Spielkasinos staatlich zugelassen sein. Da es praktisch keine deutschen Anbieter gibt, weichen die Internetuser auf ausländische Seiten aus. Im Prinzip ist es auch dort verboten mitzuspielen. Wie aber schon erwähnt es ist praktisch unmöglich alle IP-Adressen zu überprüfen. Durch dieses illegale Mitspielen setzt sich der User aber dem weiten Feld der Betrüger aus und hat keine Möglichkeit, dass er mit polizeilicher Hilfe zu seinem Recht kommt. Jedoch ist das spielen in den Internet-Casinos an sich nicht direkt verboten, denn man spielt ja nicht in Deutschland bzw. auf einem deutschen Server, sondern im Ausland.

Eine bessere Regulierung der Internetcasinos könnte auch dazu verhelfen, dass noch mehr Einnahmen aus den Glücksspielmonopolen gemeinnützigen Zwecken zufließen würden. Schon zum Schutz der User ist es wünschenswert, dass zeitgemäße Regelungen auf gesamteuropäischer Ebene durchgesetzt werden können.


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