2008 war ein dunkles Jahr für die Weltwirtschaft. Die Finanzkrise geisterte unaufhörlich durch die Schlagzeilen und legte sich wie ein schwarzes Tuch über jede noch so clevere Geschäftsidee – unabhängig davon, ob einstige Gewinne mit den Ursachen der Krise im Zusammenhang standen. Nur ein Sektor, so schien es, bewies sich tapfer im finanziellen Erdrutsch: Angesichts konstant guter Zahlen konnten Online Casinos allen Gefahren mit einem selbstbewussten Lächeln begegnen.

Es zeichnete sich eine einzigartige Erfolgsgeschichte ab. Die Umsätze florierten in den digitalen Spielhöllen wie zu Hochzeiten, Gewinne fuhr man in gewohnten Größenordnungen ein und Beobachter hätten schon fast daran glauben wollen, das wasserdichte Geschäft im Internet gefunden zu haben. Leider lagen sie daneben. Den noch immer turbulenten Wellen der Rezession müssen sich mittlerweile auch die Online Casinos geschlagen geben. Als späte Konsequenz der Krise wurde ein Teil der Profite bis auf weiteres weggespült.

Nicht alle Gewinne versanken jedoch sinnlos in den Fluten. Die PartyGaming plc mit Sitz in Gibraltar erwarb kurzerhand die mit Bingo erfolgreich gewordene Firma Cashcade Ltd. Ein nicht zu vernachlässigender Betrag musste darüber hinaus aufgebracht werden, um in der World Poker Tour als Rechteinhaber einzusteigen. Womöglich hat PartyGaming die Rezession also dazu genutzt, um vorhandene Ressourcen in kluge Schachzüge zu stecken. Den Gewinn des Unternehmens haben die getätigten Investitionen aber zweifelsohne noch weiter geschmälert.

Plötzlich tauchen Kritiker auf, warnen vor einem baldigen Zusammenbruch der Online Casinos und rufen Spieler in hetzerischem Ton zum Blackjack und Poker in traditionellen Spielhäusern zurück. Doch ein Blick auf die Verhältnisse an den Tischen und Automaten in Atlantic City und Las Vegas sorgt für schnelle Ernüchterung: Nie war die Finanzkrise in den beiden Wallfahrtsorten internationaler Glücksritter spürbarer als jetzt. Auch im asiatischen Raum wurde die weiße Fahne gehisst. Als fernöstliche Konkurrenz angetretene Casinos im schillernden Macao haben ebenso unter der Krise zu leiden wie ihre amerikanischen Verwandten.

Vorschnelle Panikmache ist im Fall der Online Casinos daher gänzlich unangebracht. Die stetige Verfügbarkeit der Angebote im Internet begeistert Spieler schließlich weiterhin und garantiert auch in Krisenzeiten gute Geschäfte. Wer da zu schwarzmalerischen Übertreibungen neigt, sitzt wahrscheinlich in der Chefetage des jeweiligen Betreibers und wünscht sich noch bessere Zeiten herbei. Dabei ist es offensichtlich, dass in der digitalen Welt nach der großen Feier ein anderes, bescheideneres Fest folgt. Mit leichter Katerstimmung, aber dafür ohne finanzielle Katastrophe für die Online Casinos.


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